Wenn Mauern erzählen

Wir Mauern der Schule an der Blies können viel erzählen.  52 Jahre Schulgeschichte haben wir miterlebt.

Am 3.9.1958 zogen in unseren Sonderbau und in den Trakt 1 unter Leitung von Herrn Richard Schwartz die Klassen 1-5 der Blies-Volksschule ein. Schon damals war die Pausenhalle ein beliebter Treffpunkt. In den nächsten 6 Jahren wurde weiter gebaut. So konnten wir am 7.4.1964 im Sonderbau 77 Kinder in drei Klassen der ehemaligen "Hilfsschule an der Blies"unterbringen. Am 25.3.1966 wurden zum ersten Mal 11 "Hilfsschüler" nach Beendigung ihrer Schulpflicht entlassen. Der damalige Rektor der Sonderschule war Herbert Reiß.

1966 uund 1967 wurde der Schuljahresbeginn in  den August verlegt. Deshalb gab es in der Schule an der Blies auch zwei Kurzschuljahre.
1967 war für das Gelände der Schule an der Blies im wahrsten Sinne des Wortes ein einschneidendes Jahr. Wir verloren durch den Bau der Hochstraße (A 650) direkt hinter dem Sonderbau fast 1/3 unseres Außengeländes. Für uns Mauern war dieses Jahr ebenso wie für Lehrerinnen/Lehrer und Schülerinnen/Schüler schrecklich. Lärm, Schmutz, Erschütterungen  stellten uns auf eine harte Probe. Selbst Proteste der Eltern, Kinder und Schulleitungen hatten keinen Erfolg.
Wichtig war der 28.8.1968. In Ludwigshafen wurden 7 Hauptschulen errichtet. Dies wirkte sich auch auf unsere Schule an der Blies aus. Sie beherbergte nun die Klassen 1-4 der Grundschule. Rektor war Herr Ruppert Braun. Nun konnte die Sonderschule neben dem Sonderbau einen Trakt benutzen. Die qualvolle Enge hatte ein Ende.
Zum 17.08.1972 bekam die Sonderschule ein 10. Schuljahr. Begabte Schülerinnen und Schüler aus der Region konnten in einem zusätzlichen Schuljahr ihren Hauptschulabschluss nachholen.
Am 24.11.1973 übernahm Heinz Wolschendorf die Schulleitung der Sonderschule. Er war zusammen mit seiner Frau auch als Lehrer an der ehemaligen Blies-Volksschule tätig.
Im Jahr 1978 wurden fast 700 Kinder in unseren ?Bliesmaurern? unterrichtet.
Nach der Pensionierung von Herrn Seibel wurde Frau Heide Endres am 01.02.1980 neue Schulleiterin der Grundschule Schule an der Blies. Sie wurde in diesem Amt am 02.09.1882 von Frau Gertrud Neubauer abgelöst.
Mittlerweile nagte auch der Zahn der Zeit an uns. Aufgrund der großen Kälte fror am 08.01.1985 das Wasser in den Heizungsrohren ein. Die Rohre platzten. Ein Unterrichten in unseren Räumen war nicht mehr möglich. Viele Klassen wurden ausgelagert.
Im Schuljahr 1991/92 wurde ein Computersaal im Sonderbau eingerichtet. Der langjährige Schulleiter der Sonderschule, Heinz Wolschendorf, wurde am 15.07.1992 in den Ruhestand verabschiedet. Für ihn wurde Herr Helmut Endres am 02.12.1993 zum Rektor ernannt. Herr Endres ging am 03.07.2002 in die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Hans-Jürgen Joos kam am 23.09.2002 als neuer Schulleiter zu uns. ein weiterer wichtiger Termin war der 13.06.2000. Wir Mauern bekamen Zuwachs. Ein Anbau mit vier Klassensälen wurde eingeweiht. Mittlerweile wurde ein weiterer Anbau gebaut und im September 2004 eingeweiht
Viele werden sich nun Fragen, ob wir Mauern der Schule an der Blies, nur Geschichte erlebt haben. Die Schule an der Blies muss aber mehr sein als geschichtliche Vergangenheit. Sonst kämen nicht so viele ehemalige Schüler, die von ihrer Schulzeit schwärmen, sonst wären nicht so viele Lehrerinnen und Lehrer mehr als 20 Jahre hier  tätig.

 

Sie Fragen uns sicherlich nach dem Geist, nach dem Flair der Schule an der Blies. Sie fragen nach dem, was uns Mauern so lebendig macht.

 

Mehrere Faktoren sind sicherlich dafür verantwortlich.
Unsere einmalige Lage trägt viel zum Flair der Schule an der Blies bei. Wir liegen mitten in der Stadt und haben doch viel Grün um uns herum. Freiflächen zum Toben,  Spielen, Sport treiben und Erholen sind in genügender Zahl vorhanden.
Auch die Zusammenarbeit der Kollegien der beiden Schularten macht uns Mauern lebendig. Gemeinsame Unternehmungen, als die Schulen noch ganztägige Betriebsausflüge durchführen durften, waren keine Seltenheit. Gemeinsame Konferenzen über organisatorische Fragen, zur Vorbereitung von Festen und sportlichen Veranstaltungen wurden und werden durchgeführt. Die Gestaltung der Pausenhöfe wurde gemeinsam geplant.
Natürlich wurden auch die Eltern in die Schule mit einbezogen. Beim Feiern waren sie genauso anwesend wie beim Arbeiten. Elternabende, Elternsprechtage und Beratungsgespräche wurden regelmäßig durchgeführt.
Die Lage, die Zusammenarbeit beider Schularten und der Einbezug der Eltern sind wichtige Voraussetzungen, damit unsere Schule an der Blies mehr als nur ein Ort der reinen Wissensvermittlung wird: Schule an der Blies als Ort des Lernens, der aktiven Begegnung mit der Natur, des Erlebens, der Freude, der Gemeinschaft....

 

Deshalb erlebten wir in und außerhalb unserer Mauern:

 

Schulfeste: "Spiel und Spaß an der Blies" (22.5.1978), "Zirkus Bliesani" (12.9.1983), "Jubel, Trubel, Heiterkeit" (10.6.1988), "Blies International" (10.6.89), "Blies-Olympiade" (4.7.1992), "Welt der Spiele - Spiele der Welt" (18.6.1994), "40 Jahre Schule an der Blies" (21.11.2004), "50 Jahre Schulen an der Blies" (07.06.2008) usw.

 

Feiern mit gemeinsamen Schulfrühstück zu verschiedenen Anlässen: Einschulung, Entlassung, Nikolaus, Weihnachten, Fasching, Lätare

 

Ausflüge und Fahrten: Schulwandertage nach Heidelberg, Landau und Speyer, Ein-Tages-Fahrten zu Zielen der näheren Region, Schullandheimaufenthalte in Ramsen, Mehrtagesfahrten nach Berlin und Freiburg, Zeltlageraufenthalte, Radtouren

 

Sportaktivitäten: Bundesjugendspiele im Sommer und Winter, Sport- und Erlebnistage, Spielfeste, erfolgreiche Teilnahme an überregionalen Sportveranstaltungen im Fußball, Leichtathletik, Schwimmen und  Tischtennis, Vergleichskämpfe gegen andere Schulen

 

Teilnahme an Wettbewerben im Bereich Bildende Kunst, Arbeitslehre, Umweltschutz, Schülerzeitung, wobei die Bliesschüler sehr erfolgreich waren. So gewann unsere Schülerzeitung ?Der Zirkel? im Oktober 2002 den 2. Preis im Schülerzeitungswettbewerb der Rheinpfalz in der Kategorie ?Sonderschulen? und im Oktober 2006 den 2. Platz im Vergleich mit allen Schülerzeitungen.

 

Durchführung von Projektwochen und Projekttagen: Fassadenbegrünung, Anlage des Schulgartens und des Feuchtbiotops, Bau einer Bühne im Filmsaal, Bau einer Grillstätte, Bau der Trimmburg, Anlage einer  Streuobstwiese und eines Baumlehrpfades, Bau und Anbringen von Nistkästen auf dem ganzen Schulgelände, Bau einer Bogenschießanlage, Bau einer Kletterwand an der Turnhalle in Zusammenarbeit mit den Berufsschülern der Technik 2.

 

Verlegung des Lernortes außerhalb der Schule durch Besuch städtischer Einrichtungen (Feuerwehr), durch Besuch von Museen, durch Betriebspraktikas, durch Betriebsbesichtigungen. Ab dem Schuljahr 2006/07 besucht eine 9. Arbeitsweltklasse jeden Mittwoch das CJD Neustadt, um dort in verschiedenen Bereichen ein Dauerpraktikum zu machen.

 

Öffentlichkeitswirksame Projekte: Teilnahme an Verkaufsbasaren in der Fußgängerzone, Teilnahme am "Tag der Schulen" anlässlich der Rathauseinweihung der Stadt Ludwigshafen (16.5.1979), Teilnahme an der  Veranstaltung "Jung sein in Lu" mit Koch- und Werkaktivitäten im Rathauscenter (17.9.1983), Durchführung der Ausstellung "miteinander - leben" im Haus der Jugend (24.6.93), Teilnahme am Projekt "Lokales Kapital für soziale Zwecke im Quatier West" (Schuljahre 2006/07 und 2007/08), Durchführung von Projekttagen zum Thema "Achtung, Höflichkeit, Respekt";

 

Ganztagsschule: Seit dem 01.09.03 ist die Schule an der Blies Ganztagsschule. Jeder hilft mit, diese große Herausforderung mit Leben zu füllen.

 

PES-Schule: Seit April 2004 beteiligt sich unsere Schule am "Projekt-Erweiterte-Selbständigkeit" (PES). Wir dürfen damit selbst Vertretungslehrkräfte einstellen, damit der Unterrichtsausfall bei Erkrankung, Fortbildung, usw. minimiert wird.

 

Diese Aktivitäten machen eine Schule lebendig. Diese Aktivitäten geben unserer Schule an der Blies einen besonderen Flair. Hoffentlich können wir Mauern das noch weitere 50 Jahre und mehr genießen.